Auswahl an Themenschwerpunkten

 

“Kurze Einführung in die Geschichte Kosovos” (Durim Abdullahu)

Dieser Vortrag ist eine ausführliche Darstellung der Geschichte Kosovos vom Mittelalter bis zur Gegenwart, in seinem langen Weg zur Staatsgründung. In der Geschichte waren die Umrisse Kosovos nicht immer dieselben. Der Vortrag bietet einen Einblick in die Entwicklungen, die über die Jahre stattgefunden haben. Es wird die staatliche und regionale Tradition des jungen Landes vorgestellt unter Berücksichtigung der Sozial- und Kulturgeschichte. Bei dem Vortrag wird näher auf die Entwicklungen während der 90-er Jahre eingegangen, die als Wendepunkt auf dem Weg zur Entstehung des Staates Kosovo gelten. 

 

„Präsentation der Friedrich Ebert Stiftung (FES)“ (Frank Hantke)

Die FES ist seit 1999 in Kosovo tätig. Durch ihre Erfahrung unterstützt sie den Aufbau von demokratischen Strukturen und die Regierungsführung. Sie sind aktiv in den Bereichen: Beteiligung der Zivilgesellschaft in demokratischen Prozessen, Dezentralisierung und lokale Verwaltung, wirtschaftliche Entwicklung und Verbindungen des Bildungssystems zum Arbeitsmarkt, regionale und internationale Integration Kosovos, politische Bildung der jungen Generation etc. In diesem Vortrag wird die wichtige Rolle der FES-Projekte für die Entwicklung des Landes vorgestellt.

 

“Kosovo- der Weg zur Europäischen Union” (Dr. Jehona Lushaku)

Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament die Unabhängigkeit des Kosovo. Die Verfassung definiert das Land als demokratisch regierten, laizistischen „Staat aller seiner Bürger“, der die Rechte seiner Minderheiten und die internationalen Menschenrechte respektiert. Der Kosovo ist als parlamentarische Demokratie aufgebaut. Von den 120 Parlamentssitzen können 100 frei besetzt werden; die 20 weiteren Parlamentssitze sind für Serben, Roma, Aschkali, Balkan-Ägypter, Bosniaken, Türken und Goranen vorgesehen. Jeweils ein Minister muss der serbischen, ein weiterer einer anderen Minderheit angehören. Über Dreiviertel der EU-Staaten erkennen die Unabhängigkeit des Kosovo an und sämtliche Nachbarländer bis auf Serbien unterhalten diplomatische Beziehungen. Die USA sind ein wichtiger Verbündeter.  Das Land ist seit 2009 Mitglied im Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe und seit 2012 auch Teil der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Kosovo strebt jetzt die Aufnahme in die Europäischen Union an.

 

“Deutsche Wirtschaft in Kosovo” (Nora Hasani, Kosovarisch-Deutsche Wirtschaftskammer)

Seit der Unabhängigkeitserklärung 2008 haben sich die bereits bestehenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Kosovo intensiviert. Außer der Erfahrung mit den „Gastarbeitern“, die seit den 60er Jahren in Deutschland lebten und arbeiteten, entwickelt sich jetzt eine neue Form der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Viele deutsche Firmen haben eine Zweigstelle in Kosovo, viele Call-Center bekommen Aufträge von großen deutschen Unternehmen (z.B. Deutsche Post), der deutsche Arbeitsmarkt bietet Möglichkeiten für kosovarische Arbeitnehmer (Fachärzte, Fachkräfte im Pflegebereich u.a.). Diese Formen der Zusammenarbeit werden ausführlich dargestellt. Insbesondere nach dem Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes erlebt die deutsche Sprache einen Boom.

 

„Bilingualismen Deutsch-Albanisch in der albanischen Popkultur“ (Prof. Ass. Dr. Blertë Ismajli)

Bilinguale Songtexte sind eine neue Erscheinung in der albanischen Popkultur, die besonders bei Künstlern mit Migrationshintergund vorkommen. Es sind Künstler der dritten Migrantengeneration in deutschsprachigen Ländern, die in ihren Songtexten das Deutsche und das Albanische mischen. Seit den 60er Jahre haben Migranten zu Kultur- und Sprachtransfer zwischen Deutsch und Albanisch beigetragen, in erster Linie in Kosovo und in Nordmazedonien. Infolge dieses Kontakts ist es zu deutschen Lehnwörtern im Albanischen gekommen, die heute im linguistischen Landscape stark vorhanden sind. Bilinguale Songtexte könnten den nächsten Entlehnungsprozess auslösen. Diese Texte werden von einer jungen Generation (15-30-Jährigen) rezipiert und einige Wörter gelangen bereits in deren Wortschatz. 

 

“Kunst in Kosovo” (Jeton Neziraj, Qendra Multimedia)

Themen, die die Gesellschaft bewegen, werden bevorzugt durch Kunst dargelegt. Das Zentrum Multimedia schneidet diese Themen in ihren auch in Zusammenarbeit mit Goethe Institut entwickelten Projekten (Theaterstücke, Kurzfilme, Literaturfestival (Polip), Diskussionsrunden, Slampoetry, Schriftstellerresidenzen u.a.) an. Die Wirkung dieser Projekte und die dadurch entstandenen öffentlichen Debatten, sowie ihr Beitrag zum besseren Verständnis kontroverser Themen werden in diesem Vortrag präsentiert.