„Deutsche Lehnwörter in der albanischen Umgangssprache in Kosovo“
(Prof. Asoc. Dr. Milote Sadiku)

In diesem Vortrag werden Entlehnungen aus dem Deutschen ins Albanische dargestellt. In der albanischen Mundart in Kosovo gibt es zahlreiche deutsche Lehnwörter. Diese sogenannten Germanismen werden in verschiedenen semantischen Bereichen verwendet: In der Ess- und Trinkkultur (kifle ‚Kipferl‘, shnicëll ‚Schnitzel‘), in Handwerk/Bauwesen/Technik (fosne ‚Pfosten‘, vaservaga ,Wasserwage‘, burmashina ‚Bohrmaschine‘, shrafciger ‚Schraubenzieher‘), Haushalt (shpajz ‚Speisekammer‘, shporet ‚Sparherd‘, fen ‚Fön‘), Auto (hauba ‚Haube‘, gepek ‚Gepäck‘, auspuh ‚Auspuff‘), Personeneigenschaften (hoshtapller ‚Hochstapler‘, gilipter ‚Geliebter‘). Die größte semantische Gruppe machen deutsche Lehnwörter aus dem handwerklichen Bereich  aus, welche vor allem albanische Gastarbeiter mit in das Land gebracht haben. Diese deutschen Lehnwörter werden nicht im Standardalbanischen verwendet, aber auch nicht im gesprochenen Albanischen in Albanien, sondern nur in der kosovarischen Umgangssprache des Albanischen. Die deutschen Entlehnungen im gesprochenen Albanischen in Kosovo werden nicht alle gleich verwendet, deswegen wird der Schwerpunkt des Vortrags auf den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz dieser Lehnwörter gelegt. Außerdem wird der durch den Gebrauch verursachte semantische Wandel einiger Germanismen näher betrachtet.

 
 

“Kosovo- der Weg zur Unabhängigkeit”
(Prof. Ass. Dr. Vjosa Hamiti)

Kosovo der jüngste Staat Europas hat sein zehntes Jahresjubiläum gefeiert. Bis zur Unabhängigkeit Kosovos im Jahre 2008 haben sich historische Ereignisse ergeben, die leider auch nicht einfach für das Land und deren Bürger gewesen sind. Diese Vorlesung wird eine ausführliche Darstellung des Kosovos in seinem langen Weg zur Staatsgründung darstellen. Gleichzeitig werden besonders die 90er Jahre dargestellt, weil diese Jahre als der Wendepunkt des kommenden Staates Kosovos in der Geschichte gelten.  Das Jahr 2019 ist für Kosovo ein Jahresjubiläum, das von der Mehrheit der Bevölkerung als das Jahr der Freiheit bewertet wird. Vom 24. März 1999 als Tag des ersten Luftangriffs, gegen Serbien, begann der NATO Einsatz und dauerte bis zum 9. Juni 1999 dem Tag der Einigung bei den Militärverhandlungen.

 


“Kosovo- der Weg zur Europäischen Union”
(Mag. Jehona Lushaku)

Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament die Unabhängigkeit des Kosovo. Die Verfassung definiert das Land als demokratisch regierten, laizistischen „Staat aller seiner Bürger“, der die Rechte seiner Minderheiten und die internationalen Menschenrechte respektiert. Der Kosovo ist als parlamentarische Demokratie aufgebaut. Von den 120 Parlamentssitzen können 100 frei besetzt werden; die 20 weiteren Parlamentssitze sind für Serben, Roma, Aschkali, Balkan-Ägypter, Bosniaken, Türken und Goranen vorgesehen. Jeweils ein Minister muss der serbischen, ein weiterer einer anderen Minderheit angehören. Über dreiviertel der EU-Staaten erkennen die Unabhängigkeit des Kosovo an und sämtliche Nachbarländer bis auf Serbien unterhalten diplomatische Beziehungen. Die USA sind ein wichtiger Verbündeter.  Das Land ist seit 2009 Mitglied im Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe und seit 2012 auch Teil der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Kosovo strebt jetzt die Europäischen Union.

 

“Rezeption deutscher Literatur im albanischen Sprachraum”
(Prof. Ass. Dr. Albulena Blakaj-Gashi)

Deutsche Literatur wird im albanischen Sprachraum relativ früh rezipiert. Es waren Autoren der Deutschen Klassik, vor allem Goethe und Schiller, die schon als Albanien unter osmanischer Herrschaft war, den Weg zu albanischen Literatur gefunden haben. Von der Goetherezeption im albanischen Sprachraum kann man schon seit dem Jahr 1890 sprechen. Später erweitert sich das Interesse für die deutsche Literatur und der Umfang der Rezeption deutscher Literatur im albanischen Sprachraum ist enorm. Es wird versucht einen Überblick über die Rezeption deutscher Literatur im albanischen Sprachraum zu verschaffen, also seit wann literarische Werke deutscher Autoren im albanischen Sprachraum rezipiert wurden, wann sie auf Albanisch übersetzt und wie sie in den albanischen Zeitungen, literarischen Zeitschriften und Werken rezipiert und dargestellt wurden. Wie sich die Rezeption deutscher Literatur bei uns seit den Anfängen entwickelt hat und ob sie Einfluss auf die albanische Literatur hatte, sind Fragen die außerdem zu klären sind.

 

 

“Deutsche Wirtschaft in Kosovo”
(Nora Hasani, Kosovarisch-Deutsche Wirtschaftskammer)

Seit der Unabhängigkeitserklärung 2008 haben sich die bereits bestehenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Kosovo intensiviert. Außer der Erfahrung mit den „Gastarbeitern“, die seit den 60er Jahren in Deutschland lebten und arbeiteten, entwickelt sich jetzt eine neue Form der wirschaftlichen Zusammenarbeit. Viele deutsche Firmen haben eine Zweigstelle in Kosovo, viele Call-Center bekommen Aufträge von großen deutschen Unternehmen (z.B. Deutsche Post), der deutsche Arbeitsmarkt bietet Möglichkeiten für kosovarische Arbeitnehmer (Fachärzte, Fachkräfte im Pflegebereich u.a.). Diese Formen der Zusammenarbeit werden ausführlich dargestellt.
 

“Kunst in Kosovo”
(Jeton Neziraj, Qendra Multimedia)

Themen, die die Gesellschaft bewegen, werden bevorzugt durch Kunst dargelegt. Das Zentrum Multimedia schneidet diese Themen in ihren auch in Zusammenarbeit mit Goethe Institut entwickelten Projekten (Theaterstücke, Kurzfilme, Literaturfestival (Polip), Diskussionsrunden, Slampoetry, Schriftstellerresidenzen u.a.) an. Die Wirkung dieser Projekte und die dadurch entstandenen öffentlichen Debatten, sowie ihr Beitrag zum besseren Verständnis kontroverser Themen werden in diesem Vortrag präsentiert.