"Deutsche Lehnwörter in der albanischen Umgangssprache in Kosovo"
Prof. Asoc. Dr. Milote Sadiku
In diesem Vortrag werden Entlehnungen aus dem Deutschen ins Albanische dargestellt. In der albanischen Mundart in Kosovo gibt es zahlreiche deutsche Lehnwörter. Diese sogenannten Germanismen werden in verschiedenen semantischen Bereichen verwendet: In der Ess- und Trinkkultur (kifle ‚Kipferl‘, shnicëll ‚Schnitzel‘), in Handwerk/Bauwesen/Technik (fosne ‚Pfosten‘, vaservaga ,Wasserwage‘, burmashina ‚Bohrmaschine‘, shrafciger ‚Schraubenzieher‘), Haushalt (shpajz ‚Speisekammer‘, shporet ‚Sparherd‘, fen ‚Fön‘), Auto (hauba ‚Haube‘, gepek ‚Gepäck‘, auspuh ‚Auspuff‘), Personeneigenschaften (hoshtapller ‚Hochstapler‘, gilipter ‚Geliebter‘). Die größte semantische Gruppe machen deutsche Lehnwörter aus dem handwerklichen Bereich  aus, welche vor allem albanische Gastarbeiter mit in das Land gebracht haben. Diese deutschen Lehnwörter werden nicht im Standardalbanischen verwendet, aber auch nicht im gesprochenen Albanischen in Albanien, sondern nur in der kosovarischen Umgangssprache des Albanischen. Die deutschen Entlehnungen im gesprochenen Albanischen in Kosovo werden nicht alle gleich verwendet, deswegen wird der Schwerpunkt des Vortrags auf den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz dieser Lehnwörter gelegt. Außerdem wird der durch den Gebrauch verursachte semantische Wandel einiger Germanismen näher betrachtet.

"Kurze Einführung in die Geschichte Kosovos"
Dr. Fitim Rifati
Dieser Vortrag ist eine ausführliche Darstellung der Geschichte Kosovos vom Mittelalter bis zur Gegenwart, in seinem langen Weg zur Staatsgründung. In der Geschichte waren die Umrisse Kosovos nicht immer die selben. Der Vortrag bietet Einblick in die Veränderungen, die über die Jahre stattgefunden haben. Es wird die staatliche und regionale Tradition des jungen Landes vorgestellt unter Rücksichtsnahme der Sozial- und Kulturgeschichte. Bei dem Vortrag wird näher auf die Entwicklungen während der 90-er Jahre eingegangen, die ein Wendepunkt auf dem Weg zur Entstehung des Staates Kosovo gelten.  

"FES-Projekte in Kosovo"
Frank Hantke
Die FES ist seit 1999 in Kosovo tätig. Durch ihre Erfahrung unterstützt sie den Aufbau von demokratischen Strukturen und die Regierungsführung. Sie sind aktiv in den Bereichen: aktive Beteiligung der Zivilgesellschaft in demokratischen Prozessen, Dezentralisierung und lokale Verwaltung, wirtschaftliche Entwicklung und Verbindungen des Bildungssystems zum Arbeitsmarkt, regionale und internationale Integration Kosovos, politische Bildung der jungen Generation etc. In diesem Vortrag wird die wichtige Rolle der FES-Projekte für die Entwicklung des Landes vorgestellt.
 
"Kosovo- der Weg zur Europäischen Union"
Dr. Jehona Lushaku
Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament die Unabhängigkeit des Kosovo. Die Verfassung definiert das Land als demokratisch regierten, laizistischen „Staat aller seiner Bürger“, der die Rechte seiner Minderheiten und die internationalen Menschenrechte respektiert. Der Kosovo ist als parlamentarische Demokratie aufgebaut. Von den 120 Parlamentssitzen können 100 frei besetzt werden; die 20 weiteren Parlamentssitze sind für Serben, Roma, Aschkali, Balkan-Ägypter, Bosniaken, Türken und Goranen vorgesehen. Jeweils ein Minister muss der serbischen, ein weiterer einer anderen Minderheit angehören. Über dreiviertel der EU-Staaten erkennen die Unabhängigkeit des Kosovo an und sämtliche Nachbarländer bis auf Serbien unterhalten diplomatische Beziehungen. Die USA sind ein wichtiger Verbündeter.  Das Land ist seit 2009 Mitglied im Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe und seit 2012 auch Teil der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Kosovo strebt jetzt die Europäischen Union.

"Deutsche Wirtschaft in Kosovo"
Nora Hasani, Kosovarisch-Deutsche Wirtschaftskammer
Seit der Unabhängigkeitserklärung 2008 haben sich die bereits bestehenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Kosovo intensiviert. Außer der Erfahrung mit den „Gastarbeitern“, die seit den 60er Jahren in Deutschland lebten und arbeiteten, entwickelt sich jetzt eine neue Form der wirschaftlichen Zusammenarbeit. Viele deutsche Firmen haben eine Zweigstelle in Kosovo, viele Call-Center bekommen Aufträge von großen deutschen Unternehmen (z.B. Deutsche Post), der deutsche Arbeitsmarkt bietet Möglichkeiten für kosovarische Arbeitnehmer (Fachärzte, Fachkräfte im Pflegebereich u.a.). Diese Formen der Zusammenarbeit werden ausführlich dargestellt.
 
"Kunst in Kosovo"
Jeton Neziraj, Qendra Multimedia
Themen, die die Gesellschaft bewegen, werden bevorzugt durch Kunst dargelegt. Das Zentrum Multimedia schneidet diese Themen in ihren auch in Zusammenarbeit mit Goethe Institut entwickelten Projekten (Theaterstücke, Kurzfilme, Literaturfestival (Polip), Diskussionsrunden, Slampoetry, Schriftstellerresidenzen u.a.) an. Die Wirkung dieser Projekte und die dadurch entstandenen öffentlichen Debatten, sowie ihr Beitrag zum besseren Verständnis kontroverser Themen werden in diesem Vortrag präsentiert.